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Vier Hotspots für die virtuelle Zeitreise durch Düren

In den folgenden Wochen möchten wir euch in unseren Blogbeiträgen vier Hotspots (Markt 1634; Anna- und Ahrweilerplatz 1910; Hoeschplatz 1910; Kaiserplatz 1965) in chronologischer Reihenfolge einzeln vorstellen. Den Anfang macht der Markt.

Wir schreiben das Jahr 1634. Bereits seit 16 Jahren tobt ein europäischer Krieg, vorwiegend auf dem Boden des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. In diesem wird unerbittlich um Glaube und Macht gekämpft. Erst 1648 kann er mit dem Westfälischen Frieden beendet werden. Als Dreißigjähriger Krieg wird er in die Geschichte eingehen.

Auch Düren bleibt von diesen kriegerischen und konfessionellen Auseinandersetzungen nicht verschont. So wird die Stadt zwischen 1618 und 1648 mehrfach von verschiedenen Truppen besetzt und durch Einquartierungen und Plünderungen in Mitleidenschaft gezogen. Zudem leiden die Bewohner Dürens seit Anfang der 1620er Jahre unter verschiedenen Pestausbrüchen und anderen eingeschleppten Krankheiten, die insgesamt zu einem stetigen Bevölkerungsrückgang führen.


Für das Jahr 1634 sind u. a. Ereignisse wie eine weitere Epidemie oder ein Blitzeinschlag im Pulverturm der Stadtmauer überliefert, aber aus heutiger Sicht sind die bedeutendsten und folgenreichsten Begebenheiten für die Stadt wohl der Düren-Aufenthalt des Zeichners und Kupferstecher Wenzel Hollar und seine dabei entstandenen Arbeiten. Mit der Anfertigung der detailgetreuen Stadtansicht von Düren hat er ein Zeitdokument hinterlassen, aus dem wir heute wichtige Erkenntnisse über das damalige Stadtbild gewinnen können. Es stellt dadurch eine der wertvollsten erhaltenen Quelle für die Dürener Stadtgeschichte in der Frühen Neuzeit dar. Dank der präzisen Darstellung vom Markt und der namentlichen Zuordnung wichtiger Gebäude erhält der Betrachter einen zeitgenössischen Überblick von den baulichen Begebenheiten. Dadurch wird deutlich, dass der Marktplatz schon damals einen zentralen und bedeutsamen Ort des öffentlichen Lebens für die Bewohner Dürens bildet:

Der Markt als Ort der Politik und der Gerichtsbarkeit: Der markante Rathausbau (1546 bis 1788), erkennbar an seinem Turm und dem vorstehenden Säulengang, dominiert den Platz. Wegen der Statue des Roland auf dem Umlauf, der mit gezücktem Schwert dargestellt ist, wird das Rathaus auch „Zum Schwert“ genannt. Es ist der Ort der Ratsversammlungen, der Sitzungen der Stadtverwaltung, sowie der Gerichtsverhandlungen. Auf Letztere verweisen auch der Schandpfahl und -esel, das Rollhäuschen, sowie der Galgen mitten auf dem Platz.


Der Markt als Ort des Handels und der Wirtschaft: Wie der Name offenkundig verrät, finden auf diesem öffentlichen Platz die regelmäßigen Hauptmärkte, wie der Korn- und Fruchtmarkt, statt, auf denen die Bauern ihre Waren auf Karren anbieten. Für die regionale Wirtschaft sind diese Märkte ein wichtiger Umschlagplatz.


Der Marktplatz als Ort der Geselligkeit und des sozialen Austausches: Eingerahmt wird der Marktplatz von stattlichen Bürgerhäusern mit ihren charakteristischen Giebeln, von denen einzelne auch als Gasthäuser fungieren. So treffen an diesem Platz Einwohner und Reisende aufeinander und haben die Möglichkeit, ihre Neuigkeiten auszutauschen.

Diese Gründe prädestinieren den Mark von 1634 als einen der vier Hotspots für die virtuelle Zeitreise durch die Stadt Düren, die ihr bald ganz neu entdecken könnt.


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